Die Herkunft des Franzbrötchens

Wer will es nicht auch wissen? Woher kommen die Franzbrötchen? Wer hat sie erfunden? Wann gab es das erste Franzbrötchen?

All diese Fragen sind noch nicht abschließend beantwortet. Anlass zu weitschweifender Fantasie. Wie könnte es gewesen sein? Vieles scheint möglich. An dieser Stelle sammeln wir Erklärungen für die Herkunft des besten aller Hambuger Backwerke.

Folgende These stammt aus einem Hamburg-Wörterbuch:

Franzbrötchen Sind seit dem 19. Jhd. als eine Gebäckspezialität in Hamburg belegt. Zunächst bezeichnete „Franzbrot“ einen langen Laib Brot, das aus besonders feinem, weißem Mehl und mit Butter gebacken war, dem heutigen Baguette vergleichbar. Bald nach der Jahrhundertwende begann eine Hamburger Bäckerei, ihre Franzbrötchen in der Fettpfanne zu veredeln. Heute werden sie aus einem Hefe-Plunderteig mit viel Butter und Zimt in vielen Variationen gebacken. Dass Franzbrötchen eine regionale Spezialität sind, zeigt schon die Tatsache, dass man sie z.B. in Bremen gar nicht und in Lüneburg nur als „Hamburger“ kaufen kann.“
(Gefunden in: „Kleines Lexikon Hamburger Begriffe. Von Aalweber bis Zitronenjette.“ von Daniel Tilgner, Zeise Verlag.)

Das „Franzbrot“ findet sich zum Beispiel auch im Herkunftswörterbuch:

Franzbrot, n., kommt um 1700 für eine Art frz. Pasteten auf und wird von Amaranthes 1715 Frauenz.-Lex. 569 mit Mund-Semmel umschrieben. […] In Leipzig ist es gegenüber der gröberen Semmel eine feinere Art Semmel.
(Kluge, 18. Auflage von 1960. In neueren Auflagen ist der Eintrag verschwunden.)

Natürlich wird auch bei Wikipedia eine These dargestellt:

Der Name ist möglicherweise eine Reminiszenz an das französische Vorbild, das Croissant, das ebenfalls aus Plunderteig besteht und in Hamburg durch die Truppen Napoléons während der Hamburger Franzosenzeit (1806–1814) bekannt wurde. Einer anderen Überlieferung zufolge gab es damals ein längliches Franzbrot (auch Franzbroot, Franschbroot, Plural Franzbreud, Franschbreud), das dem Baguette ähnlich war. Ein Hamburger Bäcker soll danach ein solches Franzbrot in einer Pfanne mit Fett angebraten haben. Daraus soll das heutige Franzbrötchen entstanden sein.
Wikipedia Stichwort „Franzbrötchen“ (Stand 4. Januar 2017)

Hier nun die Wahrheit*:

Das Franzbrötchen wurde im frühen 19. Jahrhundert vom Altonaer Bäcker Johann Hinrich Thielemann erfunden. Die Bäckerei hatte Thielemann etwa 1804 vom französichen Bäcker Jean Stephan Sabatier übernommen, der in 3. Generation in Altona außeramtlich (als Ausländer war er nicht Mitglied des Amtes/der Zunft) als „französischer Bäcker“ wirkte. Die Thielemanns residierten zunächst in der Großen Bergstraße 96, später dann Nr. 9 und nannten sich für drei Generationen werbewirksam „franz’scher Bäcker“ und erlangten überregionale Bekannt- und Beliebtheit.

Das Franzbrötchen ist eine Weiterentwicklung des in Skandinavien weit verbreiteten Hefe-Plunderteigs (Verwandte gebäcke sind besonders aus Schweden und Finnland bekannt), bei der nicht unbedingt der heute unerlässliche Zimt die wichtigste Rolle spielt, sondern eher die blättrige, buttrige Konsistenz.

*Ob das Dargestellte wirklich die Wahrheit trifft, steht noch nicht endgültig fest. Aber die Hinweise und Recherchen aus verschiedenen Richtungen legen es deutlich näher als die oben zitierten Thesen. Nachzulesen ist dies ausführlich im Buch „Das Franzbrötchen“ – neben neun weiteren – rein literarischen – Geschichten zur Herkunft des Franzbrötchens.

Wenn du mehr darüber weißt, woher das Franzbrötchen kommt, lass es uns wissen! Wir werden weiter sammeln.

herkunft@franzbroetchen.de